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QM-Normung - ISO 9001 und ISO 9004:2008

Die Normungsarbeit ist in vollem Gange

Im Oktober 2005 tagte das Technical Commitee der International Organisation for Standardisation (ISO/TZ) 176 in Panama. Aus 42 Ländern waren rund 270 Delegierte angereist. Das Thema: ISO 9001 und ISO 9004 sollen bis Ende 2008 grundlegend überarbeitet werden.
 
Hier nun der Fahrplan und Meilensteine:

  • 1. Komitee-Entwurf (ISO/CD): Mitte 2006
  • Internationaler Normenentwurf (ISO/DIS): Mitte 2007
  • Schlussentwurf (ISO/FDIS): Mitte 2008

ISO 9001 wird im begrenzten Umfang überarbeitet. Zielsetzungen sind die Verbesserungen des Verständnisses der Texte, das Beseitigen möglicher Fehler und das Verbessern bestimmter Abschnitte. Es sollen keine Änderungen vorgenommen werden, welche die Gültigkeit der ISO 9001 Zertifikate berühren.
ISO 9004 soll grundlegend neu entwickelt werden und dabei auch eine neue Nummer erhalten.
ISO 9000 und die identische Deutsche Norm DIN EN ISO 9000:2005-12 „Qualitätsmanagement-Systeme – Grundlagen und Begriffe“ ist erschienen. Eine grundlegende Überarbeitung der ISO 9001 ist initiiert. Diese soll eine weitergehende Harmonisierung mit den Begriffen aus dem Umweltmanagement realisieren und bis 2008 abgeschlossen sein.

Integriertes Risikomanagement: Erste umfassende Norm

Basel II verpflichtet Banken ab 2007 die Kreditwürdigkeit jedes Kreditnehmers genauer unter die Lupe zu nehmen und einen risikogerechten Eigenkapitalanteil zu sichern. Unternehmen sind daher gehalten, ein Risikomanagementsystem zu realisieren. Die erste umfassende Norm für Risikomanagement kam aus Australien und Neuseeland: AS/NZS4360 "Risk-Management". Der Norm fehlen allerdings Hinweise für die Integration des Risk-Managements in die vorhandenen Management-Systeme.

Die österreichische Norm ONR49001 "Elemente des Risikomanagement-Systems" verfolgt genau diesen Ansatz. Die Zusammenarbeit mit der Swiss-Association for Quality hat das österreichische Normungsinstitut einen ganzheitlichen Ansatz und die Verträglichkeit mit anderen Management-Systemen realisiert. Schon die wesentlichen Abschnitte zeigen auch die Verbindung zur ISO9001:

  • Verantwortung der Leitung
  • Management von Ressourcen
  • (Risikomanagement-) Prozess
  • Systemüberwachung

Viel Bekanntes taucht auf: PDCA-Zyklus, Balanced Score Card, Managementbewertung, interne Audits usw.

Der Risikomanagement-Prozess ist in folgende Teilprozesse unterteilt:

  • Systemdefinition
  • Risikobeurteilung
  • Risikobewältigung
  • Risikoüberwachung

Die angebotenen Kategorien und Gefahren basieren auf der Balanced Score Card:

  • Strategische Gefahren - Kunden und Produkt
  • Gefahren für operative Prozesse
  • Finanzielle Gefahren
  • Management, Mitarbeiter, Know how-Gefahren


Falls Sie Fragen zu den sehr aktuellen Themen besitzen, kontaktieren Sie uns bitte über dieses Formular: http://www.ub-dietz.com/NewFiles/service_anfrage.html

Gemeinsamer Pakt für die Zukunft der Automobilindustrie

Gemeinsamer Pakt für die Zukunft der AutomobilindustrieIm Rahmen der VDA-Vorstandssitzung am 22. Juni 2005 in Berlin wurde eine Vereinbarung zur Sicherung der Qualität von Top-Managern der Automobilindustrie unterzeichnet. Die heutigen Lieferketten sind länger, verzweigter und globaler. Die Vereinbarung schafft einen unternehmensübergreifenden Ansatz zur Sicherung und zum Ausbau der Position der deutschen Hersteller in der Automobilindustrie. Die Vereinbarung deckt alle Phasen von der Produktentwicklung bis zur Produktion ab:

VDA-Regeln zur Qualität

Vereinbarungen zur Sicherung der Qualität in der deutschen Automobilindustrie

  1. Gemeinsame Verantwortung
    Die Sicherung der Qualität ist eine gemeinsame Verantwortung von Herstellern und Zulieferern.
  2. Engagement und Umsetzung
    Hersteller und Zulieferer bekennen sich dazu alle erforderlichen personellen, organisatorischen, sachlichen und finanziellen Ressourcen einzusetzen, um die Qualität ihrer Produkte sicherzustellen. Jeder trägt Verantwortung für seinen Bereich und widmet sich zugleich den Schnittstellen im Hinblick darauf, dass die Qualitätsverantwortung unteilbar ist und die Vereinbarungen eingehalten werden.
  3. Sicherung der Qualität im Produkt-Lebenszyklus
    Die Hersteller verpflichten sich die Produktspezifikation inklusive Verantwortlichkeiten, Schnittstellen, Termine, Kosten und Qualitätsziele sowie Design - Freeze rechtzeitig und eindeutig zu definieren. Die Zulieferer verpflichten sich, im Rahmen ihrer Entwicklungsverantwortung bei der Definition mitzuwirken und die Termin-, Kosten- und Qualitätsvereinbarungen im Produktentstehungsprozess und deren Absicherung in der Serie über die gesamte Lieferkette einzuhalten.
  4. Information und Transparenz
    Hersteller und Zulieferer stellen sicher, dass jede Änderung von Termin, Prozess, Material, Standort, Technologie, Einbauort und Einsatzbedingungen während der Serie rechtzeitig angezeigt, abgestimmt und freigegeben wird.
  5. Rasches Handeln
    Hersteller und Zulieferer stellen im Fehlerfall sicher, zeitnah zu informieren, umgehend entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten und die Ursachen nachhaltig abzustellen. Sie arbeiten dabei eng und vertrauensvoll zusammen.
  6. Qualitätskosten
    Die Gewährleistung- bzw. Garantiekosten werden mit dem Zulieferer entsprechend den jeweiligen vertraglichen Regelungen verursachergerecht und fair abgewickelt. Zur Abwicklung der Qualitätskosten hat der VDA Einkaufsbedingungen empfohlen.
  7. Kommunikation
    Hersteller und Zulieferer verpflichten sich, keine öffentlichen Schuldzuweisungen vorzunehmen. Falls eine externe Kommunikation erforderlich wird, ist diese gemeinsam abzustimmen. Sie wird im Regelfall vom Hersteller vorgenommen. Das entbindet den Zulieferer nicht von seiner Mitverantwortung für die Qualität.

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